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Mit der Anzucht von Kakteen beschäftige ich mich, mit kleineren Unterbrechungen, schon viele Jahre. Ich habe mehrere Varianten ausprobiert. Es wird in den Büchern ja alles mögliche aufgezeigt. Doch jeder muß seine eigenen Methoden entwickeln. Angefangen habe ich mit kleinen Butterdosen, welche ich unter den Lampenkasten meines Aquariums gestellt habe. Erde rein, Samen rein, Glasplatte drüber und ab unter die Lampe. Dort war es hell, durch die Drosseln der Leuchtstofflampen warm genug und die Glasplatte erzeugte in dem kleinen Raum die feuchte Luft. In der Regel gehen die meisten Samen ( wenn sie keimfähig sind und nicht überlagert !) nach 10 bis 20 Tagen auf. Astrophythum-Samen ist sehr groß und entläßt das neue Leben meist schon nach 3-4 Tagen. Bis zum aufgehen der Saat schafft es meist jeder Anfänger nach dieser Methode (ähnlich Fleischer). Im weiteren Verlauf zeigt sich nun, wer einen grünen Daumen hat und wie gut seine Aussaaterde ist. Die Jungpflanzen sind in den ersten 8 Wochen am gefährdesten. Jetzt greifen die Vermehrungspilze an, die Erde bekommt Salzablagerungen auf der Oberfläche oder es haben sich andere tierische Schädlinge breit gemacht. Man muß also ständig aufpassen und die geeigneten Gegenmaßnahmen ergreifen. Ich habe schon viele Sämlinge sterben sehen. Aber ans Aufgeben habe ich nie gedacht. |
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Heute sähe ich in größere Schalen schon im Winter aus. Diese stehen in einem Aquarium mit verschiedenen Leuchtstofflampen, welche auch UV-Licht erzeugen. In Zoo-Läden sind hier für Reptilienhaltung solche Lampen im Sortiment. Durch dieses Kunstlicht wird das " Vergeilen " der Jungpflanzen weitestgehend vermieden. Die Drosseln der Lampen im Kasten angebracht, geben die nötige Wärme von 25 - 30°C. Als Aussaaterde verwende ich für die meisten Arten Katzenstreu mit geringen Anteilen von Torf. Teilweise fülle ich die Saatschalen erst mit reinem Torf (1/3). Das verbessert den Feuchtigkeitshaushalt der Erde und stabilisiert den ph-Wert. Beide Materialien sind relativ Keimfrei. Für feine Samen kann man das Katzenstreu aussieben und eine feinere Körnung oben aufstereuen. Damit fallen die Samen nicht zu tief. Mit Erde abgedeckt habe ich meine Saat nie. Die Keimrate richtet sich meiner Meinung nach der Qualität des Samens. Von selbst geernteten Samen habe ich 95% Erfolgsrate ! Das Alter spielt auch eine Rolle. Manche Arten verlieren die Keinfähigkeit nach 3 Jahren. Andere beginnen nach dieser oder einerer längeren Lagerzeit erst mit ihrer Keimfähigkeit. |
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Es gibt natürlich auch Kakteenarten, bei denen ist es wirklich sehr schwierig. Zum Beispiel habe ich bis heute vergeblich versucht Strombocactus disciformis heran zu ziehen. Die Saat ist Staubfein. Man erkennt zwar gerade noch die Keimlinge, aber länger als ½ Jahr hat es noch keiner geschafft bei mir zu überleben. Da ich aber inzwischen genug Altpflanzen für die Samenproduktion auf den Tischen zu stehen habe, werde ich es jedes Jahr wieder neu versuchen. Es reizt mich, vielleicht doch mal eine Pflanze groß zu machen.. Für Tipps von Profis hierzu würde ich mich sehr freuen ! ( Einige Tipps habe ich schon bekommen. Vielen Dank dafür. ) Wenn die kleinen Sämling sich langsam entwickelt haben, muß man an das erste Pickieren denken. Der Zeitpunkt hierfür hängt von verschiedenen ab. -1. Wie hat sich meine Erdmischung verhalten ( Verkrustung,Versalzung, Veralgung usw. ) -2. Wie groß sind meine Keimlinge ( Platz in dem Saatgefäß, Wurzelbildung ) -3. Wie weit ist das Jahr fortgeschritten ( bei Spätaussaaten reicht im ersten Jahr meist die Zeit für ein gutes Einwurzeln bis zur Überwinterung nicht mehr aus. ) Wenn man pickiert, bitte die Pflänzchen in eine Schale oder Topf nicht zu weit von einander entfernt einpflanzen. Kakteensämling wachsen in der Gemeinschaft besser als einzeln. Ich vermute, es hängt mit dem gegenseitigen Kongurenzkampf untereinander zusammen. Der Stärkste gewinnt - jeder will der Stärkste sein - also wächst er ! Wir wachsen ja auch mit unseren Aufgaben. Haben wir nicht all zu viele Fehler gemacht, und sind die Pflanzen zwei Mal überwintert, kann man bei vielen Arten schon auf Blüten hoffen. Also, wie wär´s mit einem neuen Versuch ? |
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| © 2004 / 2006 Gerd Weiß / Stand : 24. Oktober 2006 |
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